Jüngster Sproß: die Tennisabteilung

Stand ca. 2001

Die Jüngsten sind oft die Lebhaftesten: Das ist nicht nur in den meisten Familien so. In der DJK Kammer präsentiert sich der jüngste Sproß, die Tennisabteilung, seit ihrer Gründung im Februar 1986 als ein munterer Haufen Menschen, die mit Begeisterung, großer Kameradschaft und bemerkenswertem Erfolg dem weißen Sport nachgehen. Die 1. Männermannschaft hat zweimal den Aufstieg geschafft und in der Saison 1999 in der Kreisklasse 1 gespielt. Zum Sportlichen später mehr.

»Man müßte ja nur einmal was unternehmen« - das, so erinnert sich eines der Gründungsmitglieder, war die am öftesten gemachte Äußerung, wenn beim Wirt oder nach dem Training der AH-Fußballmannschaft die Rede auf den Bau von Tennisplätzen kam. Einer machte ernst und arrangierte das erste Treffen: Hans Osenstätter, Max Anschober, Manfred Brückner sen. und Klaus Oberkandler bildeten das Quartett, das die Geschicke in die Hand nahm und die vorbereitenden Arbeiten bewältigte. Wer erinnert sich heute noch, was es alles für Schwierigkeiten zu bewältigen gab, ehe der Bau der Plätze genehmigt war! Mit Hilfe und Unterstützung von Abgeordneten und des damalien Landtagspräsidenten Franz Heubl konnte eine Änderung des Flächennutzungsplanes vermieden und damit eine Verzögerung des Platzbaues um Jahre verhindert werden.

Noch vor der Gründungsversammlung am 28.Februar 1986 hatte eine Gruppe tennisbegeisterter Kammerer in Bischofswiesen beim Abbruch des dortigen Hartplatzes den Zaun abmontiert und damit einen Grundstock für die neuen Plätze geschaffen. 50 Erst- und rund 30 Zweitmitglieder traten der Abteilung bei und verpflichteten sich, 500 bzw 250 Mark für den Bau der Plätze als Vorschuß auf künftige Beiträge zu bezahlen.

Alle Schwierigkeiten wurden gemeistert. Die Plätze wurden gebaut und zu Beginn des Eröffnungsturnieres 1987 von Pfarrer Johann Rott feierlich eingeweiht. Beim Abbruch der Unterkünfte des Sportferiendorfes des Landessportverbandes in Inzell-Hutterer organisierten die damaligen Macher eines der Holzhäuser, das seither als Vereinsheim dient.

Sportlicher Ehrgeiz war von Anfang an vorhanden, wobei man die Geselligkeit nie aus dem Auge verlor und ihr zur rechten Zeit einen höheren Stellenwert einräumte. Die ersten sportlichen Gehversuche der neuen Abteilung waren bemerkenswert erfolgreich. Man begann mit einem Freundschaftsspiel gegen den TV Obing, das Mut auf mehr machte. Mehr, das war zunächst die sogenannte Hobbyrunde. Als man unter mehr als 20 Mannschaften 1991 in dieser Meisterschaft den ersten Platz belegte, entschloß man sich, mit der 1. Männermannschaft in den Punktspielbetrieb einzusteigen. Mit gutem Erfolg spielte man von 1992 bis 1996 in der Kreisklasse 3, stieg in die Kreisklasse 2 auf, wo man 1997 und 1998 spielte. 1999 spielte man sogar in der Kreisklasse 1, in der sich die Mannschaft aber nicht halten konnte. Im Jubiläumsjahr präsentiert sich eine verjüngte Mannschaft mit Zukunft in der Kreisklasse 2

Auch die Damen begannen in der Hobbyrunde. Das war 1995. Im Jahr darauf nahm man erstmals an der Punkterunde teil und spielt seither in der Kreisklasse 2 mit meist gutem Erfolg mit. Am Saisonende ist das Punktekonto meist positiv.

Vermehrtes Augenmerk haben die Verantwortlichen in den letzten Jahren auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Das Ergebnis war 1998 eine Juniorenmannschaft, wie es nur wenig bessere im Großraum Traunstein gab. 1998 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse 2. Diese Klasse konnte man aber nicht halten. Im heurigen Jubiläumsjahr der DJK Kammer wurde die Juniorenmannschaft aufgelöst, weil einige Spieler die Altersgrenze überschritten haben. Dafür geht es mit einer Bambinimannschaft weiter, so daß der Grundstock für eine positive sportliche Weiterentwicklung gelegt ist. Außerdem spielt im Jubiläumsjahr die verjüngte 1. Herrenmannschaft in der Kreisklasse 2. Die Damen nehmen ebenso wie in den letzten Jahren am Spielbetrieb in der Kreisklasse II teil. Die älteren Spieler schlagen sich seit Jahren erfolgreich in der Hobbyrunde, wo sie heuer unter etwa 30 Mannschaften ihren Platz in der besten der drei Gruppen verteidigen wollen.

Die Mannschaften repräsentieren die DJK nach außen; noch mehr Freude haben aber die meisten Mitglieder an den internen sportlichen Wettkämpfen und Turnieren. Unbestrittene Höhepunkte, auch im gesellschaftlichen Leben der Abteilung, sind alljährlich die Vereinsmeisterschaften. Weil die Kluft zwischen jenen, die in den Jahren nach der Abteilungsgründung die Leistungsträger waren, und den jungen Spielern, die jetzt das Geschehen bestimmen, immer größer wird, sind die Einzelmeisterschaften in den letzten Jahren für die Wettkampfspieler in den Mittelpunkt gerückt. Im Doppel und Mixed mischen jedoch nach wie vor alle mit. Es gibt wohl nur sehr wenige Vereine in weitem Umkreis, die bei ihren internen Meisterschaften einen so hohen Prozentsatz an Teilnehmern haben wie die DJK Kammer.

Das ist auch mit jenen zu verdanken, die seit der Gründung als Abteilungsleiter oder in anderen Funktionen die Geschicke beim Tennis in Kammer bestimmt und die Richtung vorgegeben haben. Abteilungsleiter waren Hans Osenstätter, anschließend Hans Schnitzer, dann Herbert Ertl, Josef Wendl und im Jubiläumsjahr wieder Herbert Ertl. Der Tennisboom in Kammer hält an. Oft wollen mehr Mitglieder spielen als Plätze zur Verfügung stehen.

Nächstes Ziel der Abteilung ist deshalb der Bau von zwei weiteren Tennisplätzen. Wenn man diese Aufgabe genauso zielstrebig angeht wie seinerzeit die Gründung der Abteilung und den Bau der ersten beiden Plätze, dann müßte auch dieses Ziel in absehbarer Zeit zu verwirklichen sein.